Reparaturanleitung, wenn die Kupplung deiner BMW F650 +ST rutscht

 

Hersteller 

 BMW

Modell 

F650 Funduro + Strada Modelle

Baujahr
  • Funduro: 1993-2000
  • Strada (ST): 1996-2000

 

Hier erfährst du woran es liegen kann, wenn die Kupplung deines Motorrad rutscht und wie du es mit welchen Ersatzteilen schnell und einfach selbst reparieren kannst: 

 

1. Fehlersuche 

Wenn der Motor aufheult und Drehmoment bekommt aber keine Leistung kommt, ist meist das Problem, dass die Kupplung nicht mehr greift. Dies kann verschiedene Gründe haben: 
  •  Die Kupplungszüge zwischen Kupplungshebel und Ausrückhebel sind nicht ausreichend gespannt
  • Die Kupplungslamellen sind verschlissen
  • Die Kupplungsfedern bringen nicht mehr die nötige Spannung auf.

2. Reparatur 

Im Folgenden erklären wir dir, wie Du deine Kupplung selbst reparieren kannst. Dieser Beitrag wird nach und nach verfasst und mit Details verfeinert.

2.1. Wenn der Kupplungszug das Problem ist:

Wenn der Kupplungszug das Problem ist, kannst Du meist mit den Einstellmöglichkeiten an der Aufnahme des Kupplungsgriffs den Zug wieder auf den perfekten Kupplungspunkt einstellen. Dazu wird so lange an dem Einstellrad an der Aufnahme gedreht, bis die Kupplung mit einem Spaltmaß von ca 1-2 mm Spiel hat und dann anfängt zu Kuppeln. Dies bedarf ein wenig Fingerspitzengefühl. Ist der Zug allerdings beschädigt, oder gerissen muss dieser erneuert werden. Auch ein Sturz kann dazu führen, dass sich der Griff mit Aufnahme verzieht, sodass diese ersetzt werden muss.
Alle Ersatzteile findest du gebraucht und neu bei uns im Onlineshop.

2.2 Wenn die Kupplungslamellen verschlissen sind: 

Am häufigsten ist die Ursache, wenn die Kupplung rutscht, dass die Kupplungslamellen verschlissen sind. Diese reiben sich über die Zeit minimal ab, bis die Federspannung nicht mehr genügt, um genug Druck auf die Lamellen auszuüben, damit diese fest greifen und die Leistung übertragen kann.
Sodann müssen die Lamellen der Kupplung getauscht werden. Meist macht ein Ersetzten der Federn ebenfalls Sinn, da diese auch abnutzen können. Dann will man sich nicht ein paar 1000km wieder die gleiche Arbeit machen, um diesmal die Federn zu tauschen.
2.2.1 Schritt 1: Ersatzteile bestellen
Du benötigst ein Set neue Kupplungslamellen. Auch ein Set Federn ist empfehlenswert. Zudem wird eine neue Papierdichtung für den Kupplungsdeckel benötigt, um den Motor am Ende wieder abzudichten. 

2.2.2 Schritt 2: Reparatur

Es gibt 2 Vorgehensweisen, die Kupplung zu reparieren. Fest steht der LINKE Deckel muss ab! Wenn der nächste Ölwechsel bevorsteht ist das kein Problem. Dazu einfach unsere detaillierte Anleitung zum Ablassen des Motoröls verwenden. 
Ist der letzte Ölwechsel aber gerade erst geschehen, kann es einfacher sein, das Motorrad auf die Seite zu legen, damit das Öl auf die andere Seite des Motors läuft und man die Arbeiten gekonnt von oben ausführen kann, ohne den Motor ausbauen zu müssen, oder seitlich am Motorrad schrauben zu müssen. Dabei bleibt das Öl einfach im Motor, das spart Ressourcen, Zeit und Geld.
Dazu sind aber folgende Schritte wichtig und unbedingt zu beachten:
1. Rechten Spiegel Abbauen oder zumindest lösen und einklappen.
2. Kanzel/Verkleidung vorne eventuell abbauen, um sicher zu gehen, dass dieser nichts passiert.
3. Decken und Polster ausbreiten, worauf deine F650 dann behutsam (am besten mindestens zu 2. abgelegt werden kann). Beachte: Der Lenker wird wegen der Lastenverteilung dabei nach Rechts einschlagen. Dies sollte nicht verhindert werden, um ein stabiles liegen zu erreichen.
4. Benzinhahn auf OFF drehen!!! Weiterhin sollte nun der restliche Kraftstoff aus den Schwimmerkammern des Vergasers nun Abgelassen werden, da das Benzin sonst im Liegen herausläuft.
5. Wenn das Motorrad nun auf der rechten Seite liegt und Du alle Ersatzteile parat hast, kann mit der eigentlichen Schrauberarbeit begonnen werden. :D

 

Diese Schritte können übersprungen werden, wenn das Öl ohnehin gewechselt werden soll und das Öl bereits abgelassen ist. 

 

6. Alle Inbus-Schrauben des LINKEN! Kupplungsdeckels lösen und herausschrauben. Am besten einen Startpunkt wählen und die Schrauben in Reihe legen.
7. Den Deckel mit einem Gummihammer oder einem Holz zwischen Deckel und einem normalen Hammer mit leichten Schlägen lockern und dann mit ggf. etwas Kraftaufwand abziehen. Dazu kann an den Haltenasen des Deckels vorsichtig ein Werkzeug angesetzt werden, wenn der Deckel fest sitzt.
.
 
Nun liegt die Kupplung mit Sicht auf den Kupplungskorb frei:
8. Entferne die Überreste der Dichtung zwischen Motorrumpf und Deckel zum späteren sauberen Zusammenbau, um eine absolute Dichtigkeit zu gewährleisten. Beschädige dabei nicht die Dichtflächen!
9. Die 10-Nuss Schrauben lösen (zumindest Anfangs besser kein Kreuz-Schlitz-Schraubenzieher verwenden, auch wenn das ebenfalls möglich ist):
Die Schrauben halten die Federn die du ggf. auch austauschen solltest:
Den Deckel des Kupplungskorbes abnehmen und den inneren Ausrückhebel sowie das Lager darin auf Schäden untersuchen. So muss das dann aussehen, wenn alles okay ist:
10. Nun liegen die Kupplungslamellen frei vor Dir im Kupplungskorb. Nimm diese heraus. Achte dabei am besten Mal darauf wie diese sortiert sind. Es kommt immer eine beschichtete Lamelle gefolgt von einer blanken Stahl-Lamelle usw. 
Unten bleibt eine blanke Fläche, die bei manchen Modellen mit einem Draht gesichert ist. Diese bleibt verbaut. Der Draht ist empfindlich und sollte nicht mit einem Spitzengegenstand bei herausnehmen der übrigen Kupplungslamellen beschädigt werden. 
11. Tausche nun die verschlissen mit den neuen Lamellen aus. Die Reihenfolge immer im Wechsel ist äußerst wichtig!
 
12. Setze alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen und ziehe die 6-Kant-Schrauben Mit deinem Drehmomentschlüssel wieder fest.
Diese Schrauben erhalten einen Drehmoment von: (DERZEIT UNBEKANNT) NM
13. Lege die neue Papierdichtung auf und achte darauf, dass die Dichtflächen sauber sind. Achte auch auf die Papierdichtung, diese kann leicht einreissen, wenn der Deckel irgendwo hängen bleibt. Dann ist sie hin und es muss erst eine neue her. Mit Gefühl sollte hier also gearbeitet werden.
14. Montiere den Deckel mit seiner Kupplungswelle im innern. Achte darauf, dass alles gut auf einander passt. Ziehe die Schrauben des Deckels mit Deinem Drehmomentschlüssel gleichmäßig überkreuz (immer gegenüberliegend) fest. Diese Schrauben des Deckels erhalten nur 12NM. Ja, das ist nicht sehr viel, aber richtig so, da sich der Motor bei Betriebstemperatur ausdehnt.
15. Montiere den Ausrückhebel wieder an der Welle des Deckels und stelle sie ein.
15. Stelle das Motorrad auf und Starte den Motor. Überprüfe ob alles dicht hält und nirgends am Deckel auch nur ein wenig Öl austritt.
Herzlichen Glückwunsch. Deine Kupplung ist repariert und wieder einsatzbereit. Starte vorsichtig eine kleine Proberunde, vor der nächsten großen Fahrt.
Bei Fragen, Anregungen oder feedback schreibe uns gerne eine email an die Adresse unten in der Fußzeile.
Das Team von GlobalMotoParts wünscht dir allzeit gute Fahrt.
Autor: Paul Reimann

 

*Diese Beschreibung stellt einen Ratgeber dar, der auf persönlichen Erfahrungen beruht. Es wird keinerlei Haftung übernommen.
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